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Fa. Martin Lenhart

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Topinambur

TOPINAMBUR Helianthus Tuberosus Compositae (Korbblütler) Monographie über eine äußerst wertvolle Pflanze
Namen:
Topinambur: indianischen Ursprungs (Tupinamba Stamm)
Süßkartoffel, Saubirne, Erdbirne, Diabetikerkartoffel, Erdartischocke, Erdschocke, Jerusalem artichoke, Zuckerkartoffel, Roßler, Borbel, Topi, Jordskok, Slonecznik bulwiasty, Aardpeer, Aguaturma, laska repa

Ursprung:
erste Vorkommen in Südamerika, von dort her Ausbreitung nach
Nordamerika, um 1617 nach England importiert und Ausbreitung in Europa
Im asiatischen Raum unbekannt, gegenwärtig industrieller Versuchsanbau
in Ostchina

Arten :
rotschalige (eher bitter) – hellschalige (eher süße) Knolle,
die unterschiedlichen Sorten ( bis zu 120) unterscheiden sich etwas im
Geschmack, das Knollenfleisch ist weiß, Kellerlagerung nicht möglich

Pflanze:
ausdauernde Staude aus Sproßknollen mit bis zu 2m hohen Sprossen mit gegenständigen, gestielten herzförmigen bis eilanzettlichen rauhen Blättern. Blüht als Kurztagspflanze spät ab September mit dottergelben Korbblüten von 2,5 cm Durchmesser.

Verwendeter Teil: Wurzelknolle
Inhalte: eines dehydrierten Granulates TOPI Fa. Ernst Bauer lt. Analyse der Lebensmittelversuchsanstalt vom Jänner 04; Probe 03-L08013

Kohlehydrate: 15- 22%
Inulin: bei Hydrolyse 97% Fructose 15,00 g / 100 g
3% Glucose 0,45 g / 100 g

Eiweiß 8,10 g / 100 g
Fett 0,50 g / 100 g
Gesättigte Fettsäuren 0,10 g / 100 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren 0,10 g / 100 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 0,30 g / 100 g

Ballaststoffe 19,80 g / 100 g

Na 0,182 g/ 100 g
Ca 189,3 mg/100 g
Mg 72,2 mg/100 g
K 16920mg/100 g
Silizium

Niacin 1,7mg/ 100 g
Vit B 2 0,07mg/100g
Vit B 6
Vit D
Ascorbinsäure <1,0mg/100g
Beta – Carotin <0,1mg/100g

Eisen 18,1 mg/100g
Zink 1,05mg/100g
Kupfer 5,50mg/100g
Mangan 7,90mg/100g
Selen < 0,10mg/100g

Die nichtbezifferten Bestandteile wurden in anderen Studien nachgewiesen, in der vorliegenden Produktanalyse aber nicht berücksichtigt.

Der Mineralgehalt, mit Ausnahme des Kaliums, sowie der Gehalt an essentiellen Metallen, Eisen, Zink und Kupfergehalt sind durchschnittlich im Vergleich zu anderen Pflanzen, ist in der Knolle nicht außergewöhnlich hoch, ebenso der Gehalt an Vitaminen, wobei hier höchstwahrscheinlich auf Grund der Bodenbeschaffenheit und der Sonneneinstrahlzeit auf die Pflanze starke Unterschiede gefunden werden können.

Nichts desto trotz ist diese Knolle ein guter Vitaminlieferant im Winter, da jederzeit erntbar und durch den hohen Inulingehalt winterfest ohne Verlust an Inhaltsstoffen (Heyer,Hellwege e.a.), so dass die dadurch gegebene Frische der Knolle, mehr erfüllt als nur eine eiserne Reserve für schlechte Zeiten.
Oben erwähnte Untersuchung läßt auch auf ebenso gute Inhalte nach Dehydratation schließen.

Was diese Knolle vor allem auszeichnet, ist ihr hoher Gehalt an Inulin, wobei dieser Inhalt bei Lagerung abnimmt und der Glucosegehalt zunimmt.

Inulin:
Findet sich vor allem in Topinambur, Zichorie, Zwiebel, Spargel und Artischoke.
Ist ein nicht verstoffwechselbares lösliches Fructo- Oligosaccharid. Von gelartiger Konsistenz durch Bildung von Mikrokristallen je nach Kettenlänge.
Es wird in der Nahrungsmittelindustrie als Fettersatz und zur Faseranreicherung, welche den Geschmack und die Konsistenz verbessert, verwendet. Vor allem in Limonaden, Keksen, Frühstücksflocken, Margarine, Zuckerln, Schokolade, Eiscreme und Yoghurt findet es Anwendung.

Inulin wird diagnostisch intravenös zur Beurteilung der Nierenfunktion, der glomerulären Filtrationsrate, verabreicht, da es zu 100% über diese ausgeschieden wird.

Wichtige physiologische Funktionen des Inulins wurden in vielen Arbeiten beschrieben (Gibson, Roberfroid). Vor allem die probiotische Wirkung auf die Darmflora, welche dadurch zur Produktion von Säuren angeregt werden, welche der Leber als Energielieferant dienen und außerdem im Darmtrakt krebsverhindernd wirken (Spiller 1994: Reddy 1997).

Wird Inulin als Nahrungsmittelbestandteil aufgenommen, passiert es den Magen- Darmtrakt unverändert bis zum Dickdarm, wo durch die Einwirkung der Darmbakterien durch Fermentierung unterschiedliche metabolische Endprodukte (kurzkettige Fettsäuren) entstehen. Die sich daraus ergebenden physiologischen Eigentümlichkeiten sorgen für gesundheitsfördernde Effekte und Vermehrung des Stuhlvolumens. Als Nebeneffekt wird die Darm- Transitzeit gesteigert und sowohl Blutfettwerte wie auch intraluminaler pH- Wert werden abgesenkt.

Inulin verbessert die Absorption von Mineralstoffen – bes. Calcium und Magnesium-, senkt Blutfette durch Verbesserung des Fettstoffwechsels, fördert die Verdauung, schützt vor Krebsentstehung und entlastet indirekt den Inselapparat bei der Bereitstellung von Insulin zur Regulierung des Blutzuckers und zur Verwertung von Glucose in den Zellen.

Inulin gehört vor allem zu den präbiotischen Stoffen, welche dazu dienen, die erwünschten probiotischen Bakterienkulturen im Darm zu ernähren. Dadurch wird die Anzahl dieser Kulturen im Dickdarm gesteigert und unerwünschte Bakterien werden in ihrer Verbreitung gehemmt. Die dadurch veränderte Zusammensetzung der Darmflora stärkt das Immunsystem und kann möglicherweise dadurch auch das Risiko der Entstehung von Krebs durch Absenkung der Ammoniakproduktion insbesondere im Magen- Darmtrakt senken. Als Nebeneffekt ergibt sich auch eine bessere Elimination von sogenannten Toxinen aus dem Körper.


Eine canceroprotective Wirkung des Inulins konnte durch Kim, Koo und Lee am Pharmakologischen Institut der Wonkwang Universität in Korea insoferne nachgewiesen werden, als sie durch Inulingabe eine Stimulation der Interferon- gamma- inducierten Nitric- Oxyd- Synthese in Macrophagen nachweisen konnten.
Dabei fand sich eine Steigerung des Tumor- Necrosis- Faktors- alpha durch Steigerung der Proteinsynthese des Kernfaktors- kappa p50 u. p65. Inulin steigert auch die Phosphorilierung und vermindert das Auftreten von I-kappa B- alpha. Außerdem induziert Inulin NF-kappa B Komplexe welche die NO Produktion hemmen.


Zu ähnlichen Ergebnissen der canceroprotektiven Wirkung des Inulins kamen Femia, Luceri e.a. vom Pharmakologischen Institut der Universität Florenz in Versuchen mit Ratten, bei denen azoxymethan- induzierte Colonkarzinome ausgelöst wurden.


M. Tchone, G. Bärwald untersuchten an der Technischen Universität Berlin den Gehalt an Polyphenolen und anderenr gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffen in Topinambur und fanden daraus eine hohe antioxidative Kapazität und hohe Polyphenoloxidase Aktivität. Dazu wurde ein neuer Prozeß zur Extraktion phenolischer Verbindungen entwickelt, der einen Variationskoeffizient von nur 6% aufweist.

22 Phenolverbindungen konnten aus der Trockensubstanz identifiziert werden:

2-hydroxi-3-5-dinitrobenzoic acid 0,002 - 0,20 %
3-hydroxicinnamic acid nicht meßbar
4-hydroxicumarin 0,004 - 0,30 %
4-hydroxybenzioc acid 0,001 - 0,09 %
caffeic acid 0,001 - 0,05 %
catechin 0,001 - 0,30 %
chlogenic acid 0,02 - 4,50 %
cumaric-3-corbon acid 0,001 - 0,03 %
ellagic acid 0,002 - 0,04 %
epicatechol 0,004 - 0,80 %
esculin 0,004 - 0,25 %
feruic acid 0,001 - 0,04 %
gallic acid 0,0009 - 0,02 %
gentisic acid 0,03 - 3,00 %
p-cumarin 0,001 - 0,04 %
protocatechuic acid 0,005 - 0,20 %
salicylic acid 0,030 - 6,50 %
scopoletin 0,001 - 0,08 %
sinapic acid 0,001 - 0,06 %
syringic acid 0,001 - 0,04 %
umbelliferone 0,002 - 0,10 %
vanillic acid 0,001 - 0,50 %

Zweck dieser Studie war primär die quantitative Erhebung des Salicylsäuregehaltes und als Nebenprodukt konnten 15 weitere Phenolverbindungen im Topinambur nachgewiesen werden. Zur Anwendung kamen an Untersuchungen Spectophotometrie nach Folin-Ciocalteu, HPLC, LC-MS und GC-MS.
Polyphenole sind ausschließlich in der äußeren Zellwand lokalisiert. Das pH-Optimum für die Topinambur Polyphenoloxydase liegt bei pH 7,0 bei 60°C.

All den oben nachgewiesenen Substanzen werden anti-oxydative Kapazitäten und die Fähigkeit der Beseitigung von freien Radikalen im menschlichen Stoffwechsel zugeschrieben, wobei Salicylsäure als die mengenmäßig führende Substanz dargestellt werden konnte. Es ist festzustellen, daß die Trockenmasse sortenabhängig ist.


In einer Kohortenstudie mit Typ I und Typ II Diabetikern konnten Zaytseva, Varlamova, Prikhodka e.a. immunstimulierende, durch vorzeitige Sättigung Blutzucker senkende und Hyperinsulinämie reduzierende, und radioprotektive Wirkungen durch ein Inulinpräparat nachweisen. Daneben konnte auch ein hepatoprotektiver und entzündungshemmender Effekt aufgezeigt werden.


Werk, Lehmann u. Gallant konnten in einer Doppelblind- Studie über 12 Wochen die gewichtsreduzierende Wirkung durch Gabe von Inulin signifikant nachweisen
( durchschnittlicher Gewichtsverlust Verumgruppe 7,1 kg / Placebogruppe 4,7 kg)

Rumessen, Bode u. Gudmand führen all diese Effekte auf den Einfluß auf die Darmflora zurück.


Am Biologieinstitut der veterinärmedizinischen Fakultät der Mississippi State University konnten Buddington und Donahoo an Mäusen die Darmkrebs- protektive Wirkung des Inulins durch Senkung der Inzidenz aberranter Cryptenherde auf 53% im Vergleich zu 76 % bei der Kontrollgruppe nachweisen.

Nebenwirkungen:
Als unangenehme Nebenwirkung des hohen Inulinkonsumes werden Blähungen aber auch allergische Reaktionen in der Literatur angeführt.
Nebenwirkungen, welche den Konsum in der Schwangerschaft oder Stillzeit ausschließen, konnten in der Literatur nicht gefunden werden.
Ebenso ist die Anwendung bei Kleinkindern und Kindern im Schulalter nicht ausgeschlossen, sondern oftmals sogar indiziert.

Industrielle Verwertung:
Inulin für die Lebensmittelindustrie wird aus Massenproduktionen an Zichorie abgedeckt.
Heute wird versucht durch gentechnologische Eingriffe Kartoffeln zu produzieren, welche bis zu 5% Inulin aufweisen. Die Kartoffel aber produziert haupsächlich Stärke und eine gentechnisch angeregte Inulin- Produktion läßt erstere Produktion absinken und erfordert die Trennung von Inulin und Stärke für den industriellen Gebrauch. Da in unterschiedlichen Pflanzen aber unterschiedlich lange Polyfructoseketten als Inulin in Erscheinung treten ( Ketten aus 15- 200 Fructosemolekülen) und sowohl in der Zichorie, die den industriellen Bedarf deckt, aber vor allem im Topinambur Inulin- reiche Pflanzen vorhanden sind, muß dieser Trend zur Monopolisierung durch die Saatgutindustrie abgelehnt werden.

Konklusio:

Die Topinambur- Knolle ist ein pflanzlicher Appetitregulator.
Die Topinambur- Knolle weist einen reichhaltigen Komplex an Mineralstoffen und Spurenelementen auf.
Die Topinambur- Knolle ist an Ballaststoffen reich und fett- bzw. kalorienarm.
Die Topinambur- Knolle hat starke praebiotische Eigenschaften und stimuliert dadurch das Immunsystem durch Monozyten/ Makrophagen- Aktivierung.
Die Topinambur- Knolle verringert die Toxizität des Darminhaltes.



Indikationen für den Einsatz von Topinambur:

Störungen der Darmflora
Verdauungsstörungen
Heißhunger
Übergewicht aus gesteigertem Appetit
Dickdarmkrebshäufung
Glucoseintoleranz, NIDDM (Diabetes)
Leberfunktionsstörungen


TCM Beschreibung:

Untergruppe: Qi Tonicum (und Regulator)

Temperatur: kühl
Geschmack: bittersüß
Organbezug: Mitte, Dickdarm, Leber
Wirkung: stärkt Mitte- Qi, kühlt Ma- Hitze, Schleim umwandelnd und ausleitend, entspannt Le

Tagesdosis: 15 g Trockensubstanz
20 g roh, oder als Dekokt



Die Topinambur- Knolle sowie das daraus gewonnene Granulat sind in der durch falsche und einseitige Ernährung westlichen Welt ein gesundheitsförderndes und somit notwendiges Nahrungsmittel, welches vielen unserer Zivilisationserkrankungen vorbeugen kann.
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